Deutsch – die Zweite April 22, 2008
Posted by rottenbieter in Kwick, Wat fürn Tach.Tags: Anglizismen, bahn.comfort, Bahnhof, call a bike, coffee to go, DB, Deutsch, Fritten, Kwick, lounge, Prekariat, service point, Stuttgart
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Es ist nicht allzulange her (siehe Verweis-unten) als ich mich über die mangelnden Deutschkenntnisse des Otto-Normal-Kwicknutzers und Kwick selbst amüsierte und Erstgenannte seitdem gerne auch als geistiges Prekariat bezeichne.
Und auch wenn mein zuvor Geschriebener fiktiver Natur war, umso mehr muss ich euch dieser Illusion berauben.
Denn heute zu 18:30 Uhr örtlicher Zeit, fuhr ich zum Stuttgarter Hauptbahnhof um meinen Freund dort, von seinem Besuch von seiner, im Übrigen sehr sehr hübschen, Freundin abzuholen.
Als ich von weitem schon den gequälten Eindruck meines Freundes sah, machte ich mich schon wieder auf endlose Geschichten mit Ihm und seiner keifenden Partnerin gefasst, mit dem Resultat das ich als unbekümmerter Dritter wieder dort mit herein gezogen werde.
Aber dank sei Gott dem Herrn, oder wem auch immer, kam es nicht so und ich erfuhr des wahren Pudels Kern.
Die deutsche Bundesbahn!
Es ist ja teilweise schon ärgerlich, wie manche lokale oder nationale Firmen Weltgewandtheit, in Form von unnötigen Angliszismen, Modewörtern oder was den Herren sonst so ab 1,5 Promille in den Sinn kommt, vorgaukeln wollen, aber hier wollte anscheinend die deutsche Bundesbahn, zumindestens einmal, vorne mit dabei sein.
Als er den Darmstädter Bahnhof, unschuldig wie er ist, betrat, frug ihn bereits am Eingang eine Anzeige ob er denn nicht das „Call a bike“ Angebot in Anspruch nehmen wollte, worauf er aber gerne verzichtete, weil er sich von einem Telefonanruf bei einem Fahrrad ziemlich wenig versprach.
Mit dem Drahtesel hätte er sich auch nicht in der „lounge“ verabreden können, um dort bei einem „coffee to go“ über den „bahn.comfort“ zu sprechen.
Vielmehr habe er im Zug ziemlich lange gebraucht, um einen geeigneten Sitzplatz zu finden.
Denn über vielen Sesseln stand in der elektronischen Anzeige „AIRail“, was er damit übersetzte dass hier die Luft (air) schmerzen (to ail) müsse. Eine Beschwerde beim „Station Manager“ am „Service Point“ unterließ er aber dann doch, als er an seiner „destination“ ankam.
Auch den „Snack Stop“ ließ er schnell links liegen und freute sich stattdessen auf seinen Abholer, mit dem er zur nächsten Frittenschmiede fuhr und dort an der Tafel das Versprechen las, das er dort zu jeder Bratwurst „stehts frische Brötchen“ gibt.
Und er stieß hungrig und erleichternd auf: Endlich mal wieder richtiges Deutsch!
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